Besondere Kunstausstellung im Alfterer Schloss eröffnet

Förderverein Haus der Alfterer Geschichte informiert über die „Donnerstag-Gesellschaft Alfter“ und zeigt Werke von Hubert Berke und seiner Tochter Eva Ohlow

Zwischen 1947 und 1950 trafen sich immer donnerstags namhafte Maler, Musiker und Intellektuelle im Alfterer Schloss, um nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren „den Hunger nach politischer, literarischer und künstlerischer Auseinandersetzung“ zu stillen. Unterstützt wurden die Künstler von Fürst und Fürstin Salm-Reifferscheidt, die beide sehr kunstinteressiert waren.

Die ausstellenden Künstler und ihre Alfterer Geschichte

Einer der Gründer der Donnerstag-Gesellschaft war Hubert Berke (1908-1979), einer der letzten Schüler Paul Klees, der mit seiner Familie zu Kriegs- und Nachkriegszeiten in der Knippsgasse 24, im ehemaligen Stall des Gasthauses Spargel Weber wohnte.

Weil Berke häufig die Töchter des Fürsten porträtierte, freundete sich seine Tocher Eva mit den Fürsten-Kindern an. Gerne erinnert sich Eva Ohlow an ihre Kindertage in Alfter und im Alfterer Schloss. So erzählt die 79-jährige Künstlerin von „gemeinsamen Unternehmungen und Spielen mit Gräfin Marie-Christine, Altgräfin zu Salm-Reifferscheidt-Dyck.“

Die Kunst-Ausstellung im Schloss

Am Samstag wurde die neue Ausstellung – in der Werke von Hubert Berke und seiner Tochter Eva Ohlow zu sehen sind – im Alfterer Schloss eröffnet. Am Sonntag trafen sich einige Dutzend Kunst- und Geschichts-Interessierte zu einem Spaziergang mit Eva Ohlow durch Alfter. Gemeinsam besuchte man Orte ihrer Vergangenheit .

Die Künstler und ihre Vergangenheit

Hubert Berke war einer der letzten Schüler Paul Klees, als er 1933 an der Kunstakademie Düsseldorf studierte. Er gründete 1947 zusammen mit den Malern Hann Trier, Joseph Fassbender und anderen Künstlerpersönlichkeiten der rheinischen Kultur-Szene in Alfter die Donnerstag-Gesellschaft.

Eva Ohlow stellt ihre Kunst im Alfterer Schloss nicht „nur“ als Tochter Hubert Berkes aus. Sie ist einzigartige Zeitzeugin und auch selbst eine höchst renommierte Künstlerin, die weltweit Ausstellungen organisiert und beschickt hat. Die Themen der Künstlerin – z.B. Flucht, Wassermangel, menschlicher Respekt oder auch Zerbrechlichkeit – sind hochaktuell und stets am Puls der Zeit, weisen aber auch Parallelen zu ihrer Vergangenheit auf, womit sich der Kreis im Schloss Alfter schließt.

Das Organisations-Team

Hinter den Kulissen wirkte ein sehr engagiertes Organisationsteam, das die Veranstaltungen auf die Beine gestellt hat. Zum neu gegründeten „Arbeitskreis Donnerstag-Gesellschaft 2.0“ gehören neben der ehemaligen Lokalreporterin Alexandra Runge, auch die Vorsitzende des Fördervereins Haus der Alfterer Geschichte, Bärbel Steinkemper sowie Kassiererin und Schlossverwalterin Luise Wiechert und die Alfterer Eventmanagerin Diane Ihlefeldt an.

Die Innitiatorinnen hoffen, mit der „Donnerstag-Gesellschaft 2.0“ wieder mehr Leben ins Alfterer Schloss zu bringen und dass das letzte Wochende eine Initialzündung ist für die weitere Auseinandersetzung mit der Nachkriegskunst und ihren Protagonisten. Für Alfter könnte das ein große Chance sein.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung dauert vom 23. Juni bis zum 14. Juli 2019

Öffnungszeiten täglich von 16 bis 18 Uhr

Sonntags bereits ab 15 Uhr

Und noch ein paar Fotos

Text: Martin Riebe
Fotos und Video: Martin Riebe