Eierlegen mit Aussicht aufs Siebengebirge

Hier wird der Stall mit Aussicht aufgebaut.

Alfter bekommt Zuwachs. Am Taubenweiherweg werden etwa 1.000 neue Hühner erwartet. In den letzten Tagen ist hier ein mobiler Hühnerstall aufgestellt worden. „Endlich werden wir dann genug Eier haben und müssen keine Eier mehr zukaufen“, freut sich Heike Mandt. Im Hofladen verkauft sie jeden Tag an die 900 frische Hühnereier. Das wird in Zukunft dank neuen Stalls kein Problem mehr sein.

Heike Mandt mit einer der neuen Mitbewohnerinnen. Gar keine „aufgescheuchten Hühner“, eher neugierig und handzahm.

Überhaupt werden es die Zugezogenen gut haben auf dem Hof Mandt. „Das ist aus Tierschutzsicht das beste System, das es gibt“, erklärt Karlheinz Mandt. „Weil der Stall auf Kufen steht, kann er mit einem Traktor alle 2-3 Monat auf der Wiese ein Stückchen weitergezogen werden. Die Hühner können sich so immer über frisches Gras freuen. Der Auslauf wird nicht matschig und es sammelt sich weniger Kot auf einer Stelle.“

Mandt hält seine 1.000 Hühner auf etwa 10.000 Quadratmetern. Das ist ein Auslauf von 10 Quadratmetern pro Huhn. Gesetzlich vorgeschrieben sind für freilaufende Hühner 4 Quadratmeter.

Hocken auf Sitzstangen im wohltemperierten Stall. Futter und Wasser sind nur eine Schnabellänge entfernt.

Und auch arbeitstechnisch hat der neue Hühnerstall Vorteile. Sohn Markus findet es prima, dass er die Eier nicht mehr einzeln im Stall einsammeln muss. „Die Eier rollen aus den Nestern auf ein Fließband und werden vollkommen sauber in den Hygieneraum transportiert“, freut sich der Junior. „Alles wird dadurch einfacher und wir sparen Zeit.“ Das Band wird bei jedem Umlauf gereinigt, damit die Eier auch tatsächlich sauber bleiben.

Gegen Hitze und Kälte ist der Stall gut isoliert. Im Sommer ist er kühl, im Winter warm. Die Temperatur kann zusätzlich durch Jalousien, die sich hoch und runter fahren lassen, reguliert werden. „Insgesamt lässt sich auf diese Weise ein gutes Stallklima einstellen“, ergänzt Markus Mandt. „Das ist wichtig für das Wohlbefinden der Tiere.“

Die Hühner werden in Zukunft mittels Zeitschaltuhr aus dem Stall gelassen, und gefüttert. Für die Familie hat das den Vorteil, dass die Familienmitglieder nicht jeden Tag zu einer ganz bestimmten Zeit im Stall sein müssen, sondern sich flexibel um ihre tierischen Schützlinge kümmern können. „Die automatische Fütterung bedeutet für mich, dass ich meine Arbeit auf dem Feld einfach zu Ende machen kann, ohne zwischendurch immer wieder in den Hühnerstall zu eilen“, freut sich Karlheinz Mandt.

„Das wichtigste ist, dass es den Tieren gut geht“, erklärt Mandt. Und genau deshalb habe er sich für diesen Stall entschieden, der leider auch etwas teurer sei, als ein stationärer, konventioneller Hühnerstall. Aber er hoffe, dass die Kunden die tierschutzgerechtere Lösung auch besser finden und auch in Zukunft etwas mehr für die Eier bezahlten als im Supermarkt.

Vater und Sohn bei der Arbeit. Ob sich der neue Hühnerstall auch per App steuern lässt?

Den Hühnern werden diese ganzen Überlegungen ziemlich schnurz sein, solange sie ihre Eier mit Aussicht aufs Siebengebirge legen dürfen.

 

Text und Fotos: Martin Riebe

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