Unternehmerinnen diskutieren Hindernisse im Business-Alltag

Eine Podiumsdiskussion in der Alanus Hochschule über erfolgreiches Gründen von Frauen und was sie sich von der Politik wünschen

„Immer mehr Frauen gründen selbst ihr Unternehmen“, stellt zu Beginn der Diskussionsrunde der Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes, Dr. Bernhard Heitzer fest. Die Politik müsse darauf reagieren. Was muss geschehen, was erwarten Sie von der Politik, fragt er die Runde.

43 Prozent der Existenzgründer sind heute weiblich, bei den Freiberuflern sind es sogar 56 Prozent. Statistiken der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW belegen eine signifikante Zunahme von Unternehmen, die von Frauen geführt werden.

Auf dem Podium sitzen fünf Unternehmerinnen, die erfolgreich gegründet haben. Die eine übernahm das Geschäft von ihrem Vater, die andere von ihrem Chef. Eine wollte unbedingt Tierärztin werden und hat dann aber festgestellt, dass ihr Verkaufen unheimlich Spaß bringt. Zwei waren vor ihrer Selbständigkeit angestellt und eine orientiert ihre unternehmerischen Entscheidungen vor allem an den Bedürfnissen ihrer Familie. Alle würden wieder den Schritt in die Selbständigkeit machen, stünden sie heute vor einer ähnlichen Entscheidung.

Es diskutieren Gabi Haag, Inhaberin von Gabi´s Fotowelt, Kirsten Mohr, Geschäftsführerin Frischecenter KG, Dr. Mandy Martin, Inhaberin einer Zahnarztpraxis, Petra Lersch, Inhaberin der Tanzschule Taktivo und Constanze Schnitter, Genuss-Schule Alfter. Die Moderatorin ist Nicole Westig, FDP-Kandidatin im Wahlkreis Rhein-Sieg II für die Bundestagswahl.

So unterschiedlich die Gründerinnen sind, so ähnlich sind ihre Forderungen an die Politik. Einig ist sich die Runde darüber, dass es viel zu viel Bürokratie, zu viele Gesetze und Regeln gibt, und wünschen sich mehr Raum für Entfaltung und Kreativität. Einig ist man sich auch, dass es zu viele Hindernisse gibt, neue Mitarbeiter einzustellen. Und es steht die Forderung im Raum, die Ausbildungsberufe attraktiver zu machen. Der „Meister“ sollte genauso wichtig wie der „Master“ sein.

Von den Zuhörern kommt die Anregung, Gründer nicht als erstes mit einem Businessplan zu beschäftigen, sondern ihnen zuerst ein Coaching oder eine Beratung zu finanzieren. Dann erst könne ein fundierter Businessplan erstellt werden, der dem Gründer auch tatsächlich hilft, sein Geschäft aufzubauen.

Als Fazit hält die FDP-Politikerin und Moderatorin des Abends Nicole Westig als Forderungen an die Politik fest: Deregulieren, Entbürokratisieren, den Standort stärken, die Kinderbetreuung flexibler gestalten und die handwerkliche Ausbildung stärken. Bleibt zu hoffen, dass alle anwesenden Politiker aufmerksam zugehört haben.

 

Text und Fotos: Martin Riebe

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