Senioren als Opfer im Visier

Telefonbetrüger in Alfter und Bonn wieder aktiv

In dieser Woche versuchten Betrüger in Alfter, in der Bonner Südstadt, in Bonn-Beuel und in Oberkassel wieder per Telefon an Geld zu kommen. Dabei hatten sie gezielt Senioren im Visier, wie die Bonner Polizei mitteilt. Die Täter nutzten die Gutgläubigkeit und die Gutmütigkeit ihrer Mitmenschen aus, leider in zwei Fällen mit Erfolg.

Der Enkeltrick

Beim sogenannten Enkeltrick rufen die Betrüger ältere Menschen an und geben sich als deren Enkel aus. Grund für den Anruf ist immer, dass der besagte Enkel in finanziellen Schwierigkeiten steckt – sei es wegen eines Unfalls oder eines dringend notwendigen Wohnungskaufs. Weil er im Krankenhaus liegt oder anderweitig verhindert ist, kann der „Enkel“ allerdings nicht selbst vorbeikommen und schickt einen Freund oder eine Freundin vorbei, um das Geld abzuholen.

Erfolgreich mit der Masche waren Betrüger letzen Mittwoch in Bonn-Oberkassel bei einer älteren Mitbürgerin. Nach dem Telefonat holte ein angebliche Freundin des Enkels bei ihr mehrere Tausend Euro ab. Am selben Tag erhielt auch eine Frau in Alfter einen solchen Anruf. Sie war allerdings so misstrauisch am Telefon, dass der Anrufer das Telefongespräch beendete.

Der falsche Polizist

Eine andere Strategie der Betrüger ist der oder die falsche Polizeibeamtin. Der Anrufer gibt sich als Polizist aus und erkundigt sich nach Wertsachen in der Wohnung – zum Beispiel Bargeld, Schmuck oder Sparbüchern. Diese sollen von einem Kollegen entgegengenommen werden, weil in der Nachbarschaft oder im Haus selbst zu Einbrüchen, Betrug oder Diebstahl ermittelt wird. Auch dieser Trick hat häufig Erfolg, insbesondere seit einige Betrüger die Rufnummernanzeige manipulieren, sodass auf dem Display die 110 oder die Telefonnummer der lokalen Polizeibehörde erscheint.

Der angebliche Angestellte der Stadtwerke

Auch am Mittwoch meldete eine Frau in der Bonner Südstadt der Polizei den Anruf eines Mannes, der sich als Mitarbeiter der Stadtwerke ausgegeben hatte. Der Anrufer hatte behauptet, die Wasserrohre überprüfen zu müssen, die wegen einer Baustelle in der Nähe beschädigt sein könnten. Zeitgleich klingelte der vermeintliche Kollege bereits an der Tür und verlangte Einlass, um den Wasserhahn in der Küche zu überprüfen. Kurz darauf verließ der Mann fluchtartig die Wohnung. Was er dabei gestohlen hat, ist noch unklar. Mal versuchen es die Täter als Stromableser, mal als Schornsteinfeger oder als ein neuer Mitarbeiter der Hausverwaltung.

Das rät die Polizei

Für die meisten Telefonbetrüger gilt: Sie sind geschickte Anrufer. Oft sprechen sie ruhig und freundlich, in akzentfreiem Deutsch, sind höflich, seriös – und hartnäckig. Sie zielen auf ältere Personen ab und unter den Opfern sind mehr Frauen als Männer.

– Sprechen Sie mit Bekannten und Familienangehörigen, die zur Zielgruppe der Betrüger gehören, und warnen Sie sie vor den verschiedenen Strategien der Betrüger.

– Sollten Sie selbst betroffen sein, achten Sie darauf, keine persönlichen Informationen über finanzielle oder familiäre Verhältnisse herauszugeben.

– Lassen Sie nur von der Hausverwaltung angekündigte oder selbst bestellte Handwerker ins Haus.

– Überprüfen Sie Dienstausweise genau oder vergewissern Sie sich durch eine Abfrage bei der jeweiligen Behörde über die Rechtmäßigkeit des Besuches.

– Beenden Sie sonderbare Telefonate und verständigen Sie in allen Fällen die Polizei unter 110.

– Und falls die Betrüger doch erfolgreich waren, schämen Sie sich nicht, sondern melden Sie es der Polizei und reden Sie mit anderen darüber.

Weitere Tipps finden Sie hier: http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/

 

Text: Martin Riebe
Fotos: Pixabay

 

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