Wie viel Veränderung verträgt die Ortsmitte von Alfter und wie schnell darf oder muss das gehen?

Informationsveranstaltung über die Umgestaltung des zentralen Dorfplatzes in Alfter-Ort

Ein großes Missverständnis wird bis zum Schluss der Veranstaltung nicht aufgeklärt: Viele Bürger können nicht verstehen, warum es immer weiterer Konzepte und Planungen bedarf rund um die Umgestaltung des Herrenwingerts. Es lägen doch aus den vergangenen Jahren verschieden konkrete Vorschläge auf dem Tisch, die bewertet und auch umgesetzt werden könnten.

Doch diese Vorschläge haben alle einen Haken: Die Gemeinde hat nicht genug Geld zur Umsetzung. Deshalb muss sie sich um Fördermittel bemühen. Und dafür muss ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erstellt werden. Und genau darum ging es am heutigen Abend. Bürgermeister Dr. Rolf Schuhmacher fasst die Situation treffend zusammen wenn er erklärt, dass es heute nur um Strategien ginge und nicht um fertige Pläne.

Helmut O. H. Hardt, Geschäftsführer der StadtUmBau Ingeniergesellschaft mbH aus Kevelaer, ergänzt, dass solche Konzepte verpflichtend für die Beantragung von Fördermitteln seien und man vor allem ein Gesamtkonzept für den Ortskern von Alfter erarbeiten müsse, um sich erfolgreich um Fördergelder beim Land Nordrhein-Westfalen bewerben zu können. Und das braucht Zeit.

Großes Interesse an der Auftaktveranstaltung zur Neugestaltung der Ortsmitte

Etwa 100 interessierte Bürger, Gewerbetreibende und Ratsmitglieder sowie der neue Vorsitzende des Ortsausschusses, Klaus Hergarten und der neue Ortsvorsteher, Norbert Lehna sind der Einladung der Gemeindeverwaltung ins Katholische Pfarrzentrum in Alfter-Ort gefolgt, um sich über die weiteren Pläne zur Neugestaltung des Herrenwingerts zu informieren.

Zunächst stellen die beiden Alanus-Professoren Benedikt Stahl und Florian Kluge eine Dokumentation vor, die die Ideen der Alanus-Architekturstudenten und die Ideen und Anregungen der Alfterer Bürger zur Umgestaltung des Platzes zusammenfassen. Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für das jetzt anzustoßende integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept.

Alfter wird größer und größer

Wichtigste Erkenntnis des Abends: Alfter wächst. Deshalb „besteht dringender Handlungsbedarf, was zum Beispiel den Einzelhandel vor Ort angeht“, erklärt Barthel Schölgens, CDU-Fraktionsvorsitzender im Alfter Gemeinderat. Edeka Mohr hat zwar ein Standortbekenntnis für die nächsten 5 Jahre zu Alfter abgegeben, aber die Verkaufsfläche ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten einfach zu klein. Deshalb sucht Edeka dringend nach einer größeren Verkaufsfläche.

Unterschiedlichste Funktionen zusammenbringen

Fazit: Wenn wir in 10 Jahren nicht ohne eine funktionierende Nahversorgung dastehen wollen, muss sich auf dem zentralen Dorfplatz ganz schnell etwas ändern. Und die verschiedenen Funktionen des Platzes müssen zusammengebracht werden. Das aber gleicht der Quadratur eines Kreises. Denn

– wir brauchen einen guten Branchen-Mix
– aber auch mehr Platz für einen Vollversorger wie Edeka
– und gleichzeitig ausreichend Parkmöglichkeiten
– ein optimiertes Verkehrskonzept
– viel Freiraum für Begegnungen
– eine neue Mehrzweckhalle für die Vereine
– mehr Platz für Kinder
– und Barrierefreiheit für Senioren
– am besten ohne eine Tiefgarage zu bauen
– und auch ohne ein Hochhaus

Hinzu kommt, dass manche alteingesessene Alfterer meinen, alles sollte so bleiben wie es ist.

Neues wagen – Altes bewahren

Wer hat nun recht?

Bürgermeister Rolf Schumacher hat in seiner Einladung zu der Veranstaltung in die richtige Richtung gewiesen als er formulierte: „ Wir müssen die Potentiale des Platzes zukünftig stärker aktivieren und gleichzeitig den Charakter des Dorfmittelpunktes für alltägliche Treffen und besondere Feste wie die Kirmes, Pfarrfeste und das Maiansingen behutsam bewahren.“

Mit der Erstellung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) wird ein wichtiger Schritt zur zukünftigen Entwicklung des Ortskerns von Alfter gemacht. Dass dieser Schritt in die richtige Richtung geht, den die Bürger von Alfter tatsächlich wollen, liegt auch an jedem Einzelnen, ob und wie er sich in diesen Prozess mit einbringt. Die Gemeindeverwaltung, der Bürgermeister und die gewählten Ratsmitglieder haben dabei eine besondere Verantwortung, die Weichen für die Zukunft im Sinne der Bürger zu stellen.

 

Text und Fotos: Martin Riebe

 

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